Tag 6 – Hoffnung aus der Tiefe
Shownotes
Hoffnung bedeutet oft: warten. Wie Wächter auf den Morgen warten wir auf Licht inmitten der Dunkelheit. Diese Folge lädt dazu ein, nicht aufzugeben, sondern darauf zu vertrauen, dass der Morgen sicher kommt – und dass Gott auch aus der Tiefe neues Licht schenken kann.
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00:00:00: Tag sechs.
00:00:01: Hoffnung aus der Tiefe.
00:00:10: Im Namen des Vaters, Sohnes und des Heiligen Geistes.
00:00:13: Amen.
00:00:15: Lesung aus dem Psalm.
00:00:17: Einhundertdreißig.
00:00:20: Ich hoffe auf den Herrn.
00:00:23: Es hofft meine Seele.
00:00:25: Ich warte auf sein Wort.
00:00:27: Meine Seele wartet auf den Herrn.
00:00:29: Mehr als die Wächter auf den Morgen.
00:00:31: Ja, mehr als die Wächter auf den Morgen.
00:00:37: Als ich das rausgesucht hatte.
00:00:39: Also ich kann ja sagen, als ich diese Texte rausgesucht habe, habe ich einfach im Bible Server Hoffnung eingetippt als Stichwort und dann kam er extrem vieler Stellen und dann tauchte auch dieser Psalm auf.
00:00:50: und ich dachte so interessant.
00:00:53: Hoffnung zu warten.
00:00:56: Also Hoffnung ist oft warten, aushalten.
00:01:01: Gar nicht zu wissen wann es endlich vielleicht auch mal hell wird.
00:01:04: So ein bisschen haben wir das im Tag eins mit der Ausdauer gehabt.
00:01:08: nämlich dass Abraham sehr ausdauernd war und mit Blick auf die Verheißung, die ihm zugesagt worden ist.
00:01:18: und Hoffnung ist das vielleicht so ganz ähnlich, dass Hoffnung manchmal einfach heißt zu warten und auszuhalten und gleichzeitig darauf zu vertrauen, dass sie kommt und ich weiß nicht warum, aber irgendwann kam mir dann mal der Gedanke, dass Hoffnung bereits auch.
00:01:45: Also.
00:01:48: Wie war das?
00:01:48: Es gab mal einen, ich muss es anders anfangen.
00:01:51: Es war so.
00:01:54: Elisabeth von Taden hat mal gesagt, man muss der Dunkelheit das vorletzte Wort lassen.
00:02:04: Das hat mich sehr beeindruckt, weil ich dann wusste, was heißt das letztlich?
00:02:08: Das heißt, dass die Dunkelheit nicht das letzte Wort hat, das vorletzte.
00:02:12: Und das ist auch okay.
00:02:14: das auszuhalten, in diese Dunkelheit auch innezuhalten.
00:02:16: Aber die Dunkelheit hat eben nur das vorletzte Wort.
00:02:20: Das letzte Wort hat das Licht, die Hoffnung, das Gute, das vielleicht darauf zu vertrauen, dass bevor es überhaupt schon da ist, dass diese Hoffnung trotzdem auch kommt.
00:02:30: Und ich weiß, ich weiß, dass das manchmal unglaublich schwierig ist, in dieser Dunkelheit trotzdem daran festzuhalten, dass es wieder hell werden kann.
00:02:41: Aber ich glaube, alleine dieser Gedanke an das Licht, der ermöglicht das Warten ja überhaupt.
00:02:47: Beziehungsweise der macht das Warten erträglich.
00:02:50: Vielleicht hast du sogar recht, weil ich sogar ermöglicht er ist.
00:02:52: Vielleicht hört man nämlich sonst auf zu warten.
00:02:54: Und übergibt sich dann der Dunkelheit und sagt, lass gut sein.
00:02:58: Ich finde, da ist eigentlich die spannendste Geschichte, wenn du von Dunkelheit geredet hast und in dem Kontext kommt mir immer Maximilian Kolbe in den Kopf.
00:03:07: Und das ist natürlich ein super krasses Beispiel.
00:03:10: Wenn man seine Geschichte nicht kennt, Maximilian Kolbe war ein polnischer Priester.
00:03:16: Franziskana-Pater.
00:03:17: Franziskana-Pater, um genau zu sein.
00:03:19: Um der während des Zweiten Weltkriegs in Vernichtungslager Auschwitz war.
00:03:27: Im Konzentrationslager.
00:03:29: Und er hat sich eines Tages für einen anderen Insassen dort in den Hungerbunker sperren lassen.
00:03:39: Beziehungsweise ... für einen Familienvater, hat er gesagt, ich werde mich für ihn opfern.
00:03:46: Und saß dann, ich weiß nicht, die genaue Zeit, aber für einige Zeit in diesem Hungerbunker.
00:03:53: Er war ja nicht alleine, waren ja einige.
00:03:54: Waren einige andere.
00:03:56: Und am Ende ist so rausgegangen, dass er erschossen wurde in Auschwitz.
00:04:01: Aber in dieser Zeit, in der er da unten saß, haben die Leute um ihn rum erzählt.
00:04:08: Und es gibt Erzählungen, dass er ... dort gebetet, gesungen hat und eben in dieser wirklichen Dunkelheit, dieser faktischen Dunkelheit, dieser Hoffnung nicht verloren hat.
00:04:19: Weil er eben im Kopf hatte, dass da ein Licht auf ihn wartet.
00:04:24: Und das hat eben in dieser Hoffnungslosigkeit das Warten überhaupt ermöglicht.
00:04:28: Das finde ich irgendwie vielleicht eine etwas lange Geschichte, aber ich finde diesen Mann so beeindruckend.
00:04:36: Das
00:04:37: ist auch sehr beeindruckend.
00:04:39: Und... Wir sind ja jetzt Gott sei Dank nicht in irgendwelchen Vernichtungslagern oder in schlimmen Situationen, aber nicht in dieser Art und Weise.
00:04:55: Und dennoch gibt es vielleicht Momente, in denen viel Dunkelheit gerade in eurem Leben auch ist und deshalb die Fragen, wo warte ich gerade auf Licht?
00:05:07: Wo habe ich vielleicht schon erlebt, dass Gott einmal einen neuen Morgen geschenkt hat?
00:05:13: Und vielleicht könnt ihr auch Menschen um euch herum und vielleicht gibt es jemanden, der das gerade besonders braucht, wem könnte ich Hoffnung zusprechen, der noch in der Dunkelheit steht.
00:05:29: Herr, manchmal ist es dunkel.
00:05:32: Dann fehlt mir Geduld und Kraft.
00:05:36: Lass mich hoffen wie ein Wächter auf den Morgen und schenke mir dein Licht.
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